Porsche Cayenne Topmodell: erste Fahrt im Prototyp
Der stärkste Porsche Cayenne setzt neue Maßstäbe
Kurz nach dem Facelift gibt Porsche einen Ausblick auf das neue Cayenne-Topmodell. V8-Benziner und E-Motor sorgen für über 700 PS. Fahrbericht!
www.autobild.de
19.07.2023—
Kurz nach dem Facelift gibt Porsche einen ersten Ausblick auf das neue Topmodell: V8-Benziner und E-Motor sorgen für über 700 PS. Erste Fahrt!
Bild: AUTO BILD
Autobauer lieben Superlative – und Sportwagenbauer erst recht. Unzählige Male schon hat Porsche das stärkste, das schnellste und nicht selten auch das teuerste Auto in seinem Segment vorgestellt. Jetzt haben sie es wieder getan – mit dem bislang stärksten Porsche Cayenne.
Unbefestigtes Terrain? Kann auch das Cayenne-Top-Modell. Wird es aber nur selten unter die Räder bekommen.
Bild: Porsche
Wie der Top-Cayenne heißen soll, wird noch nicht verraten. Sicher ist: Irgendwas mit E-Hybrid, schließlich handelt es sich um einen Plug-in. Und wer an den bisherigen Turbo S E-Hybrid denkt, liegt wahrscheinlich nicht ganz falsch. Den nämlich beerbt das neue Spitzenmodell, das mit "über 700 PS" und "über 900 Newtonmeter" Drehmoment wuchert.
Wie schon vor dem Facelift, bei dem auch ein nahezu komplett neues Cockpit mit Beifahrer-Display Einzug in die Baureihe gehalten hat, setzt Porsche beim Doppelherz-Topmodell auf einen V8-Benziner als Basis. Nun aber kombiniert mit einem 176 PS starken Elektromotor – 40 PS mehr als bisher, und auch die Batterie ist größer geworden, was künftig rund 70 Kilometer rein elektrisch ermöglicht.
Erste Testrunde im Prototyp des Top-Cayenne
Das Zusammenspiel beider Motoren funktionierte auf unserer ersten Testrunde mit einem noch leicht getarnten Cayenne-Prototyp bereits reibungslos. Anders als die noch etwas holprige Kooperation aus Rekuperation und mechanischer Bremse beim Verzögern – da haben die Techniker noch ein wenig Feintuning vor sich, bevor Ende 2023 der Marktstart erfolgt.
Facelift-Cockpit mit großen Displays und Beifahrer-Bildschirm. Und Notaus-Schalter wegen des Protoyp-Status.
Bild: Porsche
Der Übergang aber von elektrischer zu benzinbetriebener Beschleunigung ist geschmeidig und kaum spürbar, zumindest gibt's kein unschönes Ruckeln. Dafür kündigt der Ottomotor die Mitarbeit akustisch mit herrlichem Achtzylinder-Klang an und setzt seine Kraft direkt und nachhaltig frei – was deutlich brachialer wirkt als der Elektroschub beim Anfahren.
Immerhin muss der E-Motor hier auch weit über zwei (geschätzte) Tonnen bewegen. Ist der Akku leer und der V8 muss die Arbeit alleine verrichten, geht ein bisschen Leistung verloren. Schwach auf der Brust ist der Cayenne dann aber noch lange nicht.
Cayenne Coupé auf Wunsch mit GT-Paket
Den neuen Top-Hybridantrieb bietet Porsche im klassischen SUV und im Cayenne Coupé an. Wer sich für Letzteres entscheidet, kann zusätzlich das GT-Paket wählen – quasi als Ersatz für den mit dem Facelift in unseren Breiten verschwundenen Cayenne Turbo GT, dessen Achtzylinder die hiesigen Abgasvorschriften nicht mehr erfüllt.
Titan-Abgasanlage und Dachkanten-Spoiler gehören zum GT-Paket für das Cayenne Coupé.
Bild: Porsche
Zehn Millimeter näher am Boden, mit spezifischen Schwenklagern, größerem Sturz an der Vorderachse, eigenem GT-Setup fürs Fahrwerk sowie Schmankerln wie einer Titan-Abgasanlage, Carbon-Dach und serienmäßiger Keramikbremse kommt er dem "Original" ziemlich nahe. Und er eifert ihm auch optisch nach: Der markante Dachkantenspoiler am Heck ist im Paket dabei.
Wie sich das auf die Performance auswirkt, ist noch geheim. Porsche spricht beim Sprint von null auf hundert von einer Drei vorm Komma und peilt deutlich über 290 km/h in der Spitze an. Ein weiterer Superlativ – schneller wäre nämlich noch kein Plug-in-Hybrid gewesen.
Über 700 PS. Über 900 Newtonmeter. Und wahrscheinlich auch über 220.000 Euro werden fällig.
Bild: Porsche
Und auch beim Preis dürfte dieser Porsche Cayenne neue Maßstäbe setzen: Mit geschätzten rund 220.000 Euro übertrifft das Topmodell auch hier alles bisher in der Cayenne-Welt Dagewesene.